Current Topics in Biomedical Sciences 2009
16. - 17.02.2009
Nanomaterials & Nanotools Program
Event Report Current Topics in Biomedical Sciences 2009
by Dr. Rudi Hutterer (Universität Regensburg)Im Februar 2009 war Münster ein weiteres Mal Schauplatz eines interdisziplinären Symposiums, das diesmal unter dem Titel Current Topics in Biomedical Sciences stand. Veranstalter war, wie auch 2007, das Institut für Biochemie der WWU, tatkräftig unterstützt durch den inzwischen in die ferne Oberpfalz berufenen Prof. J. Wegener und seinen Mitarbeitern. Während sich der Münsteraner Himmel in diesen Tagen eher von seiner tristen Seite zeigte, gab die Veranstaltung einen spannenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf dem boomenden Gebiet der Nanomaterialen und Nanotechniken.
Insgesamt 75 Teilnehmer, eine bunte Mischung aus Wissenschaftlern, Studierenden und Firmenvertretern, konnten von Prof. H.J. Galla im Hörsaalgebäude der Chemie begrüßt werden, lauschten den neun Vortragenden und belagerten die Posterwände mit 30 Präsentationen.Einen Schwerpunkt der Vorträge bildeten die enorme Entwicklung, die auf dem Gebiet der Herstellung und des Einsatzes von Nanopartikeln und –Containern mit maßgeschneiderten Eigenschaften stattgefunden hat. Und so begann gleich die erste Sitzung mit einem Paukenschlag, dem Vortrag von Prof. H. Möhwald, dem Direktor des MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam. Er stellte hochentwickelte Nanocontainer vor, die eine Beladung und Freisetzung von Wirkstoffen unter spezifischen kontrollierten Bedingungen erlauben. Im Anschluss zeigte Prof. W.J. Parak von der Philipps Universität Marburg verschiedene vielversprechende biologische Anwendungsmöglichkeiten kolloidaler Nanopartikel mit spezieller Oberflächenbeschichtung vor. Weitere Einblicke in die Synthese und das Design multifunktioneller Nanopartikel gab der Vortrag von Prof. M. Maskos aus Mainz, der über mit Biomolekülen funktionalisierte Polyorganosiloxan-Nanopartikel und ihre Wechselwirkung mit Zellen berichtete. Einen anderen Aspekt von Nanopartikeln beleuchtete der Beitrag von J. Stolwijk aus der Gruppe von Prof. Wegener (Universität Regensburg). Sie zeigte, wie mit Hilfe impedanzspektroskopischer Messungen die durch Nanopartikel induzierte Fusion von Zellen in Echtzeit beobachtet werden kann.
Neben den neuen Materialien bildeten die mikroskopischen Verfahren mit nanoskaliger Auflösung einen weiteren Schwerpunkt des Symposiums. Frau Dr. B. Hagenhoff von der Tascon GmbH berichtete über neue Ionenstrahltechniken und zeigte eindrücklich das enorme Potential der Sekundärionenmassenspektrometrie (SIMS) zur labelfreien Charakterisierung biologischer Oberflächen auf. Auch das Prinzip der Scanning Ion Conductance Mikroskopie, das von Prof. T. Schäfer von der Universität Erlangen-Nürnberg vorgestellt wurde, eröffnet faszinierende Möglichkeiten für das hochauflösende Imaging lebender Zellen ohne die Notwendigkeit eines mechanischen Kontakts.Diese aus dem zweitägigen Vortragsprogramm herausgegriffenen Beiträge zeigen exemplarisch die vielfältigen und hochinteressanten Möglichkeiten, die sich auf diesem interdisziplinären Forschungsfeld zwischen Medizin, Medizintechnik, Natur- und Materialwissenschaft auftun.
Verstärkt wurde dieser Eindruck auch durch die 30 Poster, die während zweier Sessions, begleitet von Kaffee- und Mittagspause, ausführlich diskutiert wurden. Das hohe Niveau der Präsentationen machte es der Jury nicht eben leicht, die drei Beträge zu ermitteln, die schließlich mit den von der Firma Nikon gestifteten Posterpreisen und Urkunden bedacht wurden:
1. Preis: (eine Nikon-Digitalkamera):
M. Tsotsalas, K. Kopa, S. Wagner, M. Busby, E. Gianolio, S. Aime, L. De Cola
Zeolite L Nanocontainers for in-vivo and in-vitro Imaging.2. Preis (100 € Barpreis):
A. Leson, R. Choudhury, M. Schönhoff
Permeability of Different Drud-Delivery Systems.3. Preis (50 € Barpreis):
M. Oberleitner, M. Schäferling, S. Hahnel, O.S. Wolfbeis
Analysis of the Adsorption and Desorption of Salivary Protein Pellicles by Fluorescence Staining and Imaging.Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm durch die Präsentation der Firma Nikon, die die neueste Mikroskop-Generation vorstellte.
Die Tatsache, dass auch zahlreiche Studierende das Symposium besuchen konnten, ist dem Umstand zu verdanken, dass eine Reihe von Sponsoren gewonnen und dadurch auf eine Teilnahmegebühr komplett verzichtet werden konnte. Dennoch gelang es, den ersten Abend mit einem lockeren und kommunikativen „Get Together“ bei einem Imbiss und Getränken zu beschließen. Dafür sei den an der Finanzierung beteiligten Firmen
NIKONaber auch den Helfern vor Ort an dieser Stelle herzlich von den Organisatoren gedankt. Ohne diese finanzielle Unterstützung von Industriepartnern wäre ein derartiges interdisziplinäres Symposium in dieser Form nicht durchführbar. Man darf also gespannt sein auf das nächste Symposium in dieser Reihe, das mit Sicherheit erneut spannende neue Entwicklungen in diesem sich rasch entwickelnden interdisziplinären Forschungsfeld aufzeigen wird.Dr. Rudi Hutterer, Regensburg
Münster / Germany
Current Topics in Biomedical Sciences
Last updated on 23-03-2009